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Kinderstadt im Rathaus - 30.06.2017 

Mit Helm und Lampe: Ferienpass auf den Spuren des Kohleabbaus am Piesberg

Im Rathaus der Stadt Osnabrück stand jetzt wieder das wohl „wichtigste“ protokollarische Ereignis in den Sommerferien auf der Tagesordnung – nämlich der Empfang der Ratsdelegation aus der Kinderstadt: Begrüßung und Getränke im Friedensaal, Eintragung ins Gästebuch – für den 14-jährigen Kinderstadt-Oberbürgermeister Timm und die Mitglieder des Stadtrats der Ferienpass-„Kommune“ war (fast) alles ganz genau wie bei echtem hohen Besuch vorbereitet und es wurde kaum etwas ausgelassen, das sonst bei solchen Anlässen im Rathaus gemacht wird.


Fritz Brickwedde, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, vertrat Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bei dem Empfang. Er begrüßte Timm und den weiteren sechs Delegierten von der Kinderstadt zunächst im Friedenssaal und „bescherte“ ihnen dann sogar Programmpunkte, die unter Erwachsenen nicht in Frage kommen: Die Mädchen und Jungen wurden in das Amtszimmer des Oberbürgermeisters eingelassen, obwohl er gar nicht da war – und es wurde sogar eigens seine wertvolle Amtskette für sie hervorgeholt.


Wie es sonst auch Griesert bei jungen Besuchern manchmal macht, legte Brickwedde dem Kinderstadt-OB Timm die echte Amtskette sogar um. Für den Jungen war das natürlich eine große Sache – er zeigte die Kette stolz in die Kamera der Fotografen der Kinderstadt-Zeitung und von weiteren Medien, die den Empfang begleiteten. Timm meinte, dass es sich gut anfühlt, die Kette zu tragen – jedenfalls sei sie deutlich schwerer als die eigene.


Brickwedde erklärte den Kindern die Arbeit des Oberbürgermeisters und ging im Gespräch mit ihnen auf viele Themen ein, die in der Stadtverwaltung oder in der Politik eine Rolle spielen. Es ging um Wahlkampf und Wahlversprechen, die mannigfaltigen Aufgaben der Verwaltung einer so großen Stadt wie Osnabrück, Fragen nach Verantwortung und vieles mehr. Natürlich wurde im Friedenssaal auch über den wichtigen Beschluss gesprochen, der dort schon vor über 350 Jahren gefasst wurde und der immer noch von großer Bedeutung ist – den „Westfälische Frieden“, mit dem 1648 der Dreißigjährige Krieg beendet wurde.


Zum Schluss trugen sich die Kinder an dem bedeutenden Ort noch in das Gästebuch ein, das dort für die Besucher des Rathauses ausliegt. Timm präsentierte dabei wieder stolz eine Amtskette – nur diesmal seine eigene, die aus schön verzierten Bierdeckeln und nicht wie die andere aus Edelmetall besteht.


In der Kinderstadt waren 120 Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren dabei. Das Planspiel wird seit 2008 jedes Jahr als Bestandteil des Sommerferienprogramms von allen Jugend- und Gemeinschaftszentren der Stadt gemeinsam im Haus der Jugend organisiert, es ist eines der größten Angebote im Ferienpass. Die Mädchen und Jungen „spielen“ darin eine Woche lang das Leben in einer Stadt nach, wobei sie eigene Regeln und Gesetze und auch eine eigene Wirtschaftsordnung festlegen, nach denen ihr Gemeinwesen funktioniert. Es werden Betriebe gegründet, in denen die Einwohner Geld verdienen oder auch wieder ausgeben können; auch erfolgt die Wahl von Stadtoberhäuptern und die Kandidaten müssen Wahlkampf machen.

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