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Kinderstadt - 27.06. bis 01.07.2017 

Arbeiten ist fairer als Bankraub: Kinder erprobten Selbstverwaltung

Skandal in der Kinderstadt: Gleich zweimal wurden Bankeinbrüche verübt – sie waren zwar nicht erfolgreich, vermutlich weil der von den Kinderstadt-Schreinern gefertigte Tresor so gut gehalten hat, aber die beiden „Banker“ Raphael (12) und Jarne (10) waren natürlich trotzdem entrüstet. „Man kann ja auch arbeiten gehen, um sich Taler zu verdienen – fairer ist das auf jeden Fall“, meinten sie.


Wenn sie diese „Lehre“ mitnehmen, dann kann die Kinderstadt wieder als ganz großer Erfolg gewertet werden. Das große Planspiel wurde erneut als Bestandteil des Osnabrücker Sommerferienprogramms gemeinsam von allen Jugend- und Gemeinschaftszentren der Stadt im Haus der Jungend angeboten. Mit 120 Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren war sie wieder eines der größten und aufwändigsten Ferienpassangebote – und wie gewohnt bis auf den letzten Platz ausgebucht.


Das seit 2008 laufende Angebot ist ein echter Dauerbrenner – wenn es nach ihren „Einwohnern“ ginge, könnte sie ruhig noch über die fünf Tage hinaus ausgedehnt werden, an denen sie jeweils läuft. Aber das ist leider nicht machbar, auch weil anschließend noch weitere große Ferienangebote wie die Workshopwoche im Haus der Jugend laufen, so dass die Termine vergeben sind. Außerdem ist die Kinderstadt mit einem großen Personalaufwand verbunden, der im Ferienpass nicht ständig machbar ist.


In der selbstverwalteten Kinderkommune wurde wieder vier Tage lang unter Ausschluss von „Großen“ nach den eigenen Regeln zusammengelebt und zum Schluss gab es noch einen Markttag, an dem Eltern, Freunde und andere Erwachsene die Stadt besuchen durften.

Die Regeln, Gesetze und die Wirtschaftsordnung, die in der Kinderstadt galten, wurden wieder selber von den Bewohnern festgelegt. Genau darum geht es in dem Planspiel: Die Kinder bilden ein eigenes Gemeinwesen und entscheiden selber, wie es funktioniert und regieren sich dann selbst. Wie im richtigen Leben werden Unternehmen gegründet, in denen die Einwohner Geld (in einer eigenen Währung) verdienen oder auch wieder ausgeben können; auch erfolgt die Wahl von Bürgermeistern und eines Stadtrats und die Kandidaten müssen Wahlkampf machen.


Oberbürgermeister der Kinderstadt war diesmal der 14-jährige Timm. Er war der Meinung, dass es ganz schön stressig ist, das Amt eines Oberbürgermeisters auszuüben, weil es viele Aufgaben umfasst und es weiter dazu gehört, ständig für alle ansprechbar zu sein. Im Wahlkampf hatte er sich mit einer Ankündigung durchgesetzt, die bei allen gut ankam: Im Arbeitsamt sollte keine Gebühr mehr für die Stellenvermittlung verlangt werden.


In der Kinderstadt waren auch diesmal wieder Verwaltungsstellen wie Post, Arbeits- und Finanzamt sowie andere Einrichtungen wie eine Bank für das Funktionieren des Geldverkehrs vorhanden. Daneben gab es zahlreiche Betriebe wie Tischlerei, Schönheitssalon, Tattoostudio, Modellierwerkstatt und den Blumenladen, in denen die Einwohner der Kinderstadt zur Arbeit gehen und sich Geld verdienen konnten – oder auch nicht. Jobs mussten mehrfach neu gesucht werden.


In den Werkstätten wurden beispielsweise Figuren aus Knetmasse, Nachbauten von Trendspielzeugen, Taschen und viele weitere Güter gefertigt, die sich die Einwohner mit ihrem selbstverdienten Geld kaufen konnten.


Wie immer ging es in der Kinderstadt vor allem lustig zu. Um den Umsatz für ihr Tattoo-Studio anzukurbeln, wählten beispielsweise Katja (11), Emely (11) und Lina (10) einen ungewöhnlichen Weg. Es waren zwar auch Medien und eine Werbeagentur vorhanden, mit denen es möglich gewesen wäre, eine professionelle Werbekampagne über alle Kanäle zu streuen – sie warben aber lieber spontan und zogen mit dem Megafon durch die Kinderstadt.


Wer 9- bis 14-Jährige nach ihrem Alter fragt, bekommt meist eine Angabe, bei der das Wörtchen „bald“ vor einer Jahreszahl steht. Werbeagenturinhaber Nikolai hat es jetzt anders gesagt: „Ich bin schon 14“, meinte er. „Das bedeutet, dass ich nächstes Jahr nicht mehr mitmachen kann bei der Kinderstadt. Und das ist schade.“

 

Mehr Fotos findet ihr in der Bildergalerie.

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