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Lesenacht im Zoo - 28.06.2017 

Flamingos wollten einfach nicht zuhören: Kalla Wefel nachts mit Ferienpässlern im Tierpark

Ganz eindeutig: Nachts im Zoo ist es viel spannender als tagsüber, und wenn Kalla Wefel mit dabei ist, macht es sowieso noch mal so viel Spaß. Die Rede ist von den „Lesenächten im Zoo“ mit dem bekannten Osnabrücker Kabarettisten, Musiker und Macher der „Heimatabend“-Gesprächsreihe, die das Jugendzentrum Westwerk auch dieses Jahr wieder beim Ferienpass anbietet. Bei der ersten von zwei Lesenächten im Sommerferienprogramm unternahmen Wefel und Zoopädagogin Melanie Köbernick jetzt mit 25 Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 13 Jahren einen nächtlichen Rundgang durch den Tierpark. Die zweite Lesenacht mit Wefel findet am Mittwoch, 19. Juli, 21.15-23.30 Uhr, statt.


Vielleicht bringt Wefel ja auch in der nächsten Runde wieder seine Gitarre mit und singt mit den Kindern. Diesmal stimmte der 1951 geborene Wefel gleich zur Begrüßung noch draußen vor dem Zoo ein Lied mit den Teilnehmern an. Als er wieder das 1939 komponierte „The Lion Sleeps Tonight“ vorsang, bei dem im Vorjahr bei einer solchen Lesenacht im Zoo die Löwen mitgeheult hatten, waren aber die meisten Anwesenden nicht textsicher. Die Kinder und Eltern schlugen daraufhin das lustige Kinderlied „Die Affen rasen durch den Wald“ vor. Davon kannte zwar Wefel den Text nicht – aber er spielte die Musik und die Teilnehmer sagten ihm den Text vor.


Als die Kinder den Zoo betraten, wurden sie von den Flamingos mit lautem Geschrei begrüßt. Emma, Sarah und Greta (alle 9) versuchten ihrerseits, „Flamingorisch“ mit den Vögel zu sprechen – dass es nicht klappte, lag natürlich nur daran, dass die Tiere einfach zu laut waren, um zuhören zu können, meinten die Mädchen.


Bei dem nächtlichen Zoo-Rundgang bescherten die Löwen den Kindern ein ganz besonderes Erlebnis. Die großen Katzen schliefen zunächst, als die Kinder am Löwenhaus auftauchten, aber dann wachten sie auf, kamen direkt zu den Besuchern an die Scheibe und beäugten sie neugierig. Das fanden die Kinder natürlich aufregend.


Zoopädagogin Melanie Köbernick verriet viele interessante Details über die Tiere. Beispielsweise ging sie auf die Funktion Mähnen von männlichen Löwen ein. Sie dienen den großen Katzen als Schutz, damit ihre Halsschlagader bei Angriffen von anderen Tieren nicht so leicht verletzt werden kann. Köbernick erklärte weiter, dass Löwen in der freien Wildbahn meist etwa 12 Jahre alt werden, in Zoos aber leicht ein Alter von 20 Jahren erreichen. Nakuru, der älteste Löwe im Osnabrücker Zoo, ist bereits 16 Jahre alt.

 

Nach den Worten der Zoopädagogin werden die Löwen nur alle drei bis vier Tage gefüttert, weil sie auch in der Natur nicht jeden Tag etwas erbeuten. „Wenn sie etwas zu fressen bekommen, möchte niemand dazwischen sein“, meinte Köbernick. Die Kinder wollten wissen, wie schnell Löwen laufen können: Anders als die besonders schnellen Geparden, die ein Tempo von bis zu 120 Stundenkilometern erreichen können, sind Löwen längst nicht so flink: Sie schaffen „nur“ etwa 55 bis 60 km/h. Zum Vergleich: Sportler sind auf kurzen Sprintdistanzen mit etwa 40 km/h unterwegs. Während ein kräftiger Mann aber nur etwa 80 Kilo auf die Waage bringt, sind ausgewachsene Löwen etwa 200 bis 250 Kilo schwer.


Nach den Löwen besuchten die Ferienpässler auch noch die Tiger. Dort wies Köbernick darauf hin, dass viele Großkatzenarten vom Aussterben bedroht sind. So gibt es von den Sumatra-Tigern, die im Zoo leben, nur noch etwa 400 Exemplare in der Natur und 200 in Tierparks. Früher gab es neun Tigerarten, sechs von ihnen gelten bereits als ausgestorben und der Bestand ist insgesamt auf weniger als 4000 Tiger geschrumpft. Als Köbernick fragte, warum sie aussterben, meinte eine Junge, dass sie als Bettvorleger gejagt werden. „Es stimmt, dass sie Immer noch von Menschen gejagt werden. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass ihre Lebensräume immer kleiner werden, weil der Urwald für den Anbau von Palmöl abgeholzt wird“, machte Köbernick klar.


Zu den weiteren Tieren, die die Kinder bei dem nächtlichen Rundgang besuchten, gehörten die Seehunde und die Pinguine. Einer der gefiederten Landbewohner war besonders neugierig. Der männliche Vogel, den Kalla Wefel spontan auf den Namen Karl-Heinz taufte, kam auf den Weg durch das Pinguin-Areal ganz nah zu den Kindern. Klar, dass die Mädchen und Jungen dann alles über die Tiere wissen wollten, von denen die meisten Arten übrigens gar nicht in der Polarregion, sondern in warmen Klimazonen leben.


Wefel las bei der Zoonacht mehrere Passagen aus dem Buch „Schule der magischen Tiere –Endlich Ferien – Teil 2“ vor. „Ich brauche gar nicht so oft drankommen, die Tiere und die Führung sind viel spannender“, meinte er. Die Kinder waren nicht seiner Meinung: Bei den Vorleseblöcken war es mucksmäuschenstill, es wurde gebannt zugehört. Ein Junge war bereits im Vorjahr bei einer Zoo-Tour mit Wefel dabei. Er hatte sich erneut angemeldet, weil es, wie er sagte, „letztes Jahr total lustig war“ mit Wefel im Zoo.

Mehr Fotos findet ihr in der Bildergalerie.

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